Predigtreihe über den Epheserbrief

„Ich sah eine neue Welt … Alles war neu … Ich hatte eine neue Weltanschauung, neue Erfahrungen, eine neue Einstellung anderen Leuten gegenüber. Ich liebte Gott. Jesus Christus wurde das Zentrum aller Dinge … Ich war „belebt“ worden; ich war wirklich lebendig.“

Die obigen Worte stammen von einem 14jährigen Jungen (John Mackay) der im Epheserbrief Gott begegnet ist. Sie zeigen uns: Gottes Wort hat die Kraft Menschen zu verändern. Dies ist ein Grund warum wir uns Sonntag für Sonntag im Gottesdienst der Bibel aussetzen. Im Januar hat die Predigtreihe zum Epheserbrief begonnen. Ich möchte drei Gründe nennen warum wir uns zu Beginn des neuen Jahres mit diesem alltagsrelevanten Werk des Paulus beschäftigen.

  1. Der Epheserbrief erinnert uns daran auf wen es wirklich ankommt.

Der Epheserbrief macht unmissverständlich deutlich, dass Jesus die Hauptrolle in der Gemeinde spielt. Die Kirche wird als sein Leib und er wird als Haupt ihr bezeichnet (Eph 1,22). Diese Tatsachen sind schnell dahingesagt, die praktischen Konsequenzen vergessen wir schnell.
Der Epheserbrief fragt uns, ob wir das mit dem „Kopf der Gemeinde“ wirklich so ernst nehmen. Folgende Sätze sollen uns diesbezüglich nachdenklich machen: Gilt unser Lobpreis im Gottesdienst Jesus oder mehr unseren Gefühlen und Musikgeschmäckern? Setzen wir, wenn es um die Zukunft der Gemeinde geht, auf Jesus oder auf bestimmte Menschen in der Gemeinde? Fragen wir nach Jesu Willen für unsere Arbeitsbereiche oder hinterlassen wir vor allem unsere eigene Handschrift? Fördern wir in der Gemeinde selbständiges geistliches Wachstum oder binden wir die Leute an Menschen und Programme? Vielleicht gelingt es uns an den nächsten Sonntagen uns selbst ein bisschen auf die Schliche zu kommen und Schieflagen zu erkennen. Als Gemeinde sollen wir „zum Kopf hin“ denken und handeln.

  1. Der Epheserbrief öffnet uns die Augen für die unsichtbare Welt.

Paulus erinnert die Christen in diesem Brief daran, dass es nicht nur eine sichtbare Welt gibt. In keinem anderen seiner Briefe wird das so deutlich angesprochen. Die damaligen Empfänger hatten in ihrem früheren Leben oft mit magischen Ritualen und Denkweisen zu tun. Paulus möchte sie mit seinem Brief ermahnen diese alten Verhaltensweisen wirklich abzulegen (Eph 2,2) und dem Teufel keinen Raum zu geben (Eph 4,27). Auch uns will Paulus mit seinem Brief die Augen öffnen. Er tut dies nicht um irgendwelche Spekulation zu nähren oder um eine falsche Faszination für die unsichtbare Welt zu fördern. Wir sollen vielmehr gewarnt und ermutigt werden. Als Christen haben wir in Jesus Anteil an der himmlischen Welt (Eph 1,3). Wir sollen die geistlichen Segnungen ausleben und uns gegen Angriffe des Teufels wehren (Eph 6,11). Das alles ist kein Hokuspokus, sondern eine realistische Sicht auf die sichtbare und unsichtbare Welt.

  1. Der Epheserbrief gibt dem Glauben und der Gemeinde handfeste Nahrung.

Der Epheserbrief ist ein sehr allgemein gehaltener Brief. Er „ist ein wunderbar prägnantes und dabei doch umfassendes Resümee der christlichen Guten Nachricht und ihrer Konsequenzen. Niemand kann ihn lesen, ohne in Staunen und Anbetung zu geraten und zu einem konsequenten Lebensstil herausgefordert zu werden.“ (John Stott) Paulus fasste mit diesem Werk wichtige Glaubensinhalte zusammen, vermutlich als Rundschreiben wurde er rumgereicht und vermittelte zentrale Inhalte für Glauben und Gemeinde.
Wenn sich der Galaterbrief gut für die Basics des Glaubens eignet, dann kann man den Epheserbrief als eine Art Aufbauprogramm betrachten. Paulus erinnert die Christen in den ersten beiden Kapiteln nochmal an das was Jesus getan hat, um danach die praktischen Folgen für Gemeinde, Familie, Kindererziehung und Gebetsleben zu besprechen. Wir dürfen uns auf handfeste Nahrung freuen.

 Mit diesen drei Gründen – selbstverständlich könnte man weitere anfügen – möchte ich Sie ermutigen, während der nächsten Wochen in den Epheserbrief einzutauchen. Legen Sie Gott Ihre Fragen, Erwartungen und Ihren Lob hin und bitten Sie ihn durch diesen Teil des Neuen Testaments zu Ihnen zu sprechen.

Thorsten Begerau