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Predigtreihe | Die Urgeschichte – Gottes Beginn mit der Welt

Bei unserer letzten Predigtstaffel haben wir uns als Gemeinde am Ende der Bibel aufgehalten. Zu Beginn des Jahres 2019 werden wir ganz an den Anfang der Bibel gehen: zum „1. Buch Mose“, oder wie man auch sagt zum Buch „Genesis“. Dieses erste Buch der Bibel hat 50 Kapitel und wird in zwei Teile geteilt. Kapitel 1-11 hat Gottes Beginn mit der Welt zum Inhalt, der zweite Teil, von Kapitel 12-50, behandelt Gottes Geschichte mit Abraham und seinen Nachkommen. Wir werden uns in der Predigtreihe auf den ersten Teil von Genesis konzentrieren, diese ersten Kapitel werden auch mit dem Begriff „Urgeschichte“ überschrieben.

Ich möchte drei Punkte nennen, warum es gut ist, sich mit den ersten 11 Kapiteln der Bibel zu beschäftigen.

  1. Genesis zeigt auf wie groß Gott ist.

Der Anfang der Bibel macht schon zu Beginn deutlich wie groß, mächtig und liebevoll unser Gott ist. In den ersten Zeilen von Genesis wird uns Gottes unbegreifliche Größe vorgestellt. Bevor unser Planet und dieses Universum ins Leben gerufen wurde war Gott schon da. Er, der keinen Anfang hat, schafft aus dem Nichts einen Planeten, dafür benutzt er einfach seine Worte. Aus Liebe formt er den Menschen und macht ihn „zu seinem Bilde“. Die weitere Handlung macht deutlich: Selbst nach dem Abfall der Menschen greift er weiter in die Geschichte ein und geht auf die Menschen zu. In einer Welt, in der wir uns Menschen zum Mittelpunkt gemacht haben, erinnert uns das Buch Genesis daran wie unsinnig das ist. Die Urgeschichte macht deutlich, das sich alles um Gott dreht und alles in ihm seinen Anfang hat. Diese ersten Seiten der Bibel können uns helfen wieder die richtige Perspektive einzunehmen.

  1. Genesis nennt die entscheidenden Themen beim Namen.

Manches Buch fängt gemächlich an und man fragt sich wann es denn wirklich losgeht? Mit der Bibel verhält es sich anders! Schon die ersten 11 Kapitel haben es in sich. Sie beantworten entscheidende Fragen unseres Lebens: Wer hat die Welt gemacht? Warum wurde unser Planet geschaffen? Wer ist der Mensch und warum gibt es ihn? Welche Aufgaben haben die Menschen und wie ist seine Beziehung zum Planet Erde? Wie kam es zu dieser großen Katastrophe Sünde? Warum zieht sich Gott nach unserem Rückzug nicht zurück? Mit diesen Fragen verbunden geht Genesis weiter in die Tiefe. Weitere wichtige Themen legt uns die Urgeschichte vor: Ehe, Sexualität, Arbeit und Beruf, Identität als Geschöpfe Gottes, menschliche Abgründe und Umweltschutz. Das erinnert mich an einen reich gedeckten Tisch, es wäre keine gute Idee, Genesis 1-11 links liegen zu lassen.

  1. Genesis ist umkämpft.

Die gerade eben erwähnten Themen sind nicht nur interessant, sondern auch umkämpft. Ein intensives Eintauchen in Genesis kann zu angespannten Diskussion außerhalb und innerhalb der Gemeinde führen. Da gibt es den „Neuen Atheismus“, der gegenüber dem christlichen Glauben in den letzten Jahren aggressiv auftritt. Innerhalb der Kirchen finden wir aber auch wichtige Diskussionen über manche Teile der Urgeschichte. Und auch wir persönlich ringen und kämpfen mit diesem Teil der Bibel:  Kann ich Glaube und Wissenschaft zusammenbringen? Gehe ich im Bio-Unterricht lieber „auf Tauchstation“?  Was machen diese Fragen mit der Glaubwürdigkeit der Bibel?

Ich glaube wir brauchen Genesis nicht zu umschiffen. Die eben erwähnten Herausforderungen sollten uns motivieren, gerade jetzt erst recht zu lesen und zu hören. Ich wünsche mir für diese Predigtreihe viele wichtige Einsichten, Aha-Erlebnisse und Ermutigungen für unser Leben mit unserem Vater und Schöpfer.

Thorsten Begerau

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Predigtreihe – Die Sendschreiben

Fünf Gründe die sieben Sendschreiben zu lesen

Im September haben wir in unseren Gottesdiensten eine neue Predigtreihe zu den sieben Sendschreiben (Offb 2+3) begonnen. Diese sieben Schreiben sind kurze Botschaften an sieben Kirchen, die alle im damaligen Kleinasien (heutige Türkei) liegen. Diese sogenannten Sendschreiben befinden sich am Anfang der Offenbarung, dem letzten Buch des Neuen Testaments. Niedergeschrieben wurden sie von Johannes, er erhielt diese Worte in einer Vision von Jesus Christus. Ich möchte fünf Gründe aufzählen, warum wir uns diese Botschaften genau anschauen sollten.

  1. Die sieben Sendschreiben gelten auch uns Christen im 21. Jahrhundert.

Zunächst sind diese Mini-Briefe den damaligen Kirchen selbst geschrieben. Beim Lesen merken wir wie Herausforderungen, Missstände und Ermutigungen angesprochen werden, die sich genau auf diese Orte und Menschen beziehen. Wenn wir den Text genauer anschauen, wird uns aber auch bewusst, wie uns manche dieser angesprochenen Dinge bekannt vorkommen. Wir merken bald: Diese „urchristliche Gemeindeseelsorge“ (Adolf Pohl) gilt auch uns.

  1. Die sieben Sendschreiben zeigen wie wichtig Jesus Gemeinden sind.

Beim Lesen dieser Kurzbotschaften wird uns Jesu Nähe und Liebe zu seinen Gemeinden deutlich. Folgende Zeilen bringen dies gut auf den Punkt: „Die sieben Gemeinden sind sieben goldene Leuchter. Das Gold symbolisiert Reinheit und Wert. Obwohl die Gemeinden rein äußerlich alles andere als „sauber“ waren, sind sie durch Jesus Christus rein und wertvoll vor Gott. Ihr Wert und ihre Reinheit besteht nicht in ihren Taten, sondern in dem, was Jesus für sie getan hat (vgl. Eph 5,26f.) Als sieben Leuchter erinnern sie natürlich auch an die Menorah im Tempel, den siebenarmigen Leuchter, der immer brannte. Damit ist die Gemeinde zum einen „bei Gott“, zum anderen leuchtet sie „in der Welt“. Entscheidend aber ist, dass Jesus mitten unter ihnen ist (Offb 1,13).“ (U. Neuenhausen)

  1. Die sieben Sendschreiben bringen Gemeinden auf den richtigen Kurs.

Die Sendschreiben aus Kleinasien sprechen alles an, was Gemeinden heute weltweit beschäftigt. U. Neuenhausen nennt drei Situationen, die wir heute weltweit bei Christen vorfinden und die auch schon damals in den sieben Kurzbotschaften vorkommen: 1. Gemeinden, vor allem in der westlichen Welt, sind reich, satt und geistlich arm. 2. In vielen nicht-westlichen Ländern werden Kirchen verfolgt und wachsen trotzdem. 3. Gemeinden sind weltweit der Versuchung ausgesetzt, zu viele Kompromisse zu machen. Jesus sagt in den Botschaften immer wieder, dass er die Gemeinden genau kennt. Sein perfekter Blick auf die Kirchen soll den Christen helfen, ihm treu zu sein und den richtigen Kurs zu verfolgen.

  1. Die sieben Sendschreiben geben uns ein realistisches Bild von Gemeinden.

Ich finde es sehr tröstend und ermutigend zu sehen, wie wirklichkeitsnah das Bild von Kirche in den sieben Sendschreiben ist. Als Christen drohen wir immer wieder „von einer Seite des Pferdes runterzufallen“. Da wird einmal alles kurz und klein kritisiert und einmal wird ständig alles relativiert und Probleme kleingeredet. Nicht so die ersten drei Kapitel der Offenbarung. Hier spricht der auferstandene Jesus seiner bedrohten Gemeinde wichtige Worte zu. Er ermutigt und liebt sie, trotz Sünde und Missständen. Er überlässt sie aber auch nicht einfach sich selbst, sondern erzieht sie mit aller Konsequenz.

  1. Die sieben Sendschreiben sind spannende Literatur.

Der fünfte Punkt gilt nicht nur für die Sendschreiben, sondern vor allem für das ganze Buch der Offenbarung. „Wenn man nach einer kontinuierlichen Lektüre des Neuen Testaments zur Offenbarung gelangt, hat man das Gefühl ein fremdes Land zu betreten. Statt Erzählungen und Briefen mit klaren Fakten und Geboten findet man ein Buch voller Engel, Posaunen, Erdbeben, Tiere, Drachen und Abgründe vor.“ (Gordon D. Fee) Die Offenbarung ist der Grundform nach eine Apokalypse. Das ist eine Literaturform die uns eher fremd ist. Jetzt kann uns das Wort „Apokalypse“ einfach einen Schrecken einjagen oder wir machen uns auf die spannende Reise, sie in der Offenbarung zu entdecken. Beginnen können wir mit den sieben Botschaften an die Gemeinden in Kleinasien.

In diesem Sinnen wünsche ich Gottes Segen beim Lesen, Hören, Nachprüfen und Anwenden.

Thorsten Begerau

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